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Standort: Lebensräume im Garten – die Natur als Inspiration

 

In der Natur leben Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen (Besonnung, Wasser, Temperatur, Bodenart u.v.a.m.) gemeinsam in gleichen Lebensräumen. Zu solchen Pflanzengesellschaften gehören entsprechende Tiergesellschaften. Die Übergänge vom einen zum anderen Standort sind fliessend – vom Heckenrand zur Wiese; von der Feuchtwiese zum Weiher ...

Werden Wildpflanzen im Garten standortgerecht gepflanzt, fügen sie sich zu harmonisch wirkenden Lebensräumen. Auch die Pflegearbeiten werden sich so in Grenzen halten. Teilen Sie Ihrem Garten die entsprechenden Lebensbereiche zu und unterscheiden Sie anschliessend nach Lichtverhältnissen und Bodenfeuchtigkeit. 
Wildstauden eignen sich auch ausgezeichnet für Balkonbepflanzungen; sie sind pflegeleicht, winterhart und viele von ihnen langlebig.

In unserer Standortliste (Wildstaudenverwendung auf einen Blick) finden Sie zu jedem Lebensraum geeignete Wildstauden; mit Hilfe von Zusatzangaben lässt sich die Auswahl verfeinern. Sie können sich aber auch in unserer Datenbank Pflanzenporträt / Shop passende Pflanzen zusammenstellen.

 

Wiese

In der Natur
Wiesen entstehen und bleiben nur durch Eingriffe des Menschen – manchmal unter „Mithilfe“ von Nutztieren. Ohne diese Nutzung würden Wiesen verbuschen und sich unterhalb der Waldgrenze in Richtung Wald entwickeln.
Aufgrund unterschiedlicher Bodenverhältnisse (z.B. Humus-/Steinanteil, Wasserhaushalt), der Lage (Hangneigung, Besonnung) und Nutzung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Art des Schnitts) sind unzählige verschiedene Wiesentypen entstanden. Es dauert oft Jahrzehnte, bis sich eine stabile, gereifte Wiese entwickelt hat. Gräser bilden ein wichtiges Gerüst in Wiesen.

 

Im Garten
Gartenboden im Mittelland ist meist humus- und somit eher nährstoffreich, oft schwer (lehmig) und daher eher feucht. Pflanzenarten der Fettwiesen (Glatthaferwiese) bilden bunte, blütenreiche, üppige Teppiche. Gezielter Rückschnitt kurz vor dem Abblühen regt die Pflanzen zur Bildung einer zweiten Blüte an.
Magerwiesen (Mesobrometum) sind besonders artenreich, benötigen jedoch Voraussetzungen, die in den wenigsten Gärten vorhanden sind: steinig, mager, durchlässig, eher trocken, voll besonnt. Solche Bedingungen können mit einigem Aufwand auch künstlich geschaffen werden. Viele Arten der Magerwiesen eignen sich auch ausgezeichnet für sonnseitige Balkonbepflanzungen.
Wildstaudenbeete können je nach Bodenverhältnissen mit Pflanzenarten von Fett- und/oder Magerwiesen und passenden Gräsern bepflanzt werden. So kann die Pflege mit einem individuellen Rückschnitt gezielter vorgenommen werden.
 

 

Heckenrand, Baumunterwuchs

In der Natur
Unter Sträuchern und Bäumen ist der Boden meist humos, die Besonnung ändert sich mit den Jahreszeiten und mit der zunehmenden Grösse der Gehölze.
Im Gehölzschatten ist die Luft eher feucht und kühl. Auf der Sonnenseite ist der Boden oft eher trocken und warm.
Viele Frühlingsblüher sind Bewohner dieses Lebensbereiches. 
 

Im Garten
Es gilt zu unterscheiden zwischen warmer, sonniger, offener Lage nach Süden, oder der halbschattig bis schattigen, kühlen Nordlage und den wechselschattigen Ost- und Westrändern.
Die verrottenden Blätter von Sträuchern und Bäumen bilden mit der Zeit eine mehr oder weniger dicke und willkommene Humusschicht.
Viele „Schattenstauden“ tragen attraktives Blattwerk, immergrüne Pflanzen sorgen für ganzjährigen Blickfang. Trockenheitsliebende Pflanzen aus diesem Lebensbereich sind auch geeignet für sonnige bzw. schattige Bereiche an Mauern oder Hauswänden.

 

Feuchte und wechselfeuchte Standorte

In der Natur
Am Rand von stehenden oder fliessenden Gewässern ist der Boden feucht bis nass, teilweise überflutet bzw. abtrocknend, oft eher nährstoffreich und meist besonnt. Beispiele: Feuchtwiesen, Ried, Bachufer (Hochstaudenflur).
 

Im Garten
An meist besonnten, eher lehmig-nährstoffreichen, feuchtnassen bis zeitweilig austrocknenden Orten. Beispiele: unter Dachrinne, Feuchtgraben, Teichrand. Die Arten der Hochstaudenflur blühen besonders üppig und bunt, die meisten davon im Sommer und Herbst.

 

Wasser

In der Natur
Der Uferbereich von stehenden Gewässern weist verschiedene, fliessend ineinander übergehende Zonen auf. Im Wasser leben neben aufrecht wachsenden Stauden (z.B. Wasserschwertlilie, Schwanenblume) auch Schwimmblattpflanzen (z.B. Froschbiss, See- oder Teichrose) und frei schwimmende Unterwasserpflanzen (z.B. Hornblatt, Tausendblatt).

 

Im Garten
Für alle in Gartenteichen üblichen Wassertiefen gibt es geeignete einheimische Wildpflanzen. Wir unterscheiden zwischen Sumpfzone (0 – ca. 5 cm), Flachwasserzone (ca. 5 – 40 cm) und Tiefwasserzone (ab ca. 40 cm).
Beachten Sie bei der Bepflanzungsplanung, dass viele Pflanzen dieses Lebensraums einen erstaunlichen Ausbreitungsdrang haben. Um Teile der Wasseroberfläche offen zu halten, muss man hier ab und zu regulierend eingreifen. 

 

Pionier- oder Ruderalstandorte 

In der Natur
Pionierflächen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Dynamik aus. Sie finden sich auf kargen Böden (Kies, Sand), aber auch auf nährstoffreicheren, lehmigen. 
Pionierflächen entstehen nach einem massiven Eingriff: Wenn Humus abrutscht oder bei einem Bau entfernt wird; wenn gepflügt wird; wenn ein Baum gefällt wird und plötzlich Licht im Übermass vorhanden ist; auf Dächern, in Trockenmauern, entlang von Strassen und Wegen, auf Kies- und Schuttplätzen. 
Pionierpflanzen sind somit Spezialisten in der Erstbesiedlung freier unbewachsener Flächen; viele sind ein- oder zweijährig, blühen reich, wurzeln tief und versamen üppig.

 

Im Garten
Ruderalpflanzen wie z.B. die Wegwarte mögen kiesigen, mageren, trockenen Boden und wachsen an Wegrändern, auf Kiesflächen, in Pflaster- und Mauerritzen. 
Waldschlagflächen sind sonnige, nährstoffreiche, humose Flächen mit eher frischem (Wald-)Boden. Waldschlagpflanzen wie Königskerze, Fingerhut oder Wald-Weidenröschen eignen sich daher als Pioniere für neu humusierte Flächen im Garten.
Die Ackerbegleitpflanzen wie z.B. Kornrade sind meist einjährig und benötigen offenen, umgebrochenen Boden. Sie können frisch bepflanzte Flächen oder das Gemüsebeet beleben.

 

Lichtverhältnisse

vollsonnig 
Die Sonne erreicht diesen Standort ganztags oder zumindest während der wärmsten Zeit des Tages. 


sonnig
Der Bereich ist die meiste Zeit des Tages sehr hell, jedoch während der heissesten Zeit vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.


halbschattig
Flächen, die durch Gebäude oder Gehölze in östlicher oder westlicher Richtung ca. halbtags und vor allem während der Mittagsstunden beschattet werden. 


schattig 
Flächen, die ganztags im Schatten von Gebäuden oder Gehölzen liegen. 

 

 

Bodenverhältnisse 

trocken

Der Boden fühlt sich fast immer trocken an. Trockenen Boden findet man in sonnigen Hanglagen bei gutem Wasserabzug oder im Regenschatten von Gebäuden. 


frisch / wechselfeucht
Meist fühlt sich der Boden etwas feucht an, zeitweilig kann er aber auch trocken sein oder viel Feuchtigkeit enthalten. Normaler Gartenboden ist meist frisch. 


feucht
Der Boden ist fast ganzjährig feucht. Diese Verhältnisse findet man in grundwassernahen Lagen. Feuchter Boden lässt sich in der Hand formen ohne zu zerbröckeln. 


nass
Nasse Böden erkennt man daran, dass eine Grube sich mit Wasser füllt, weil mehr Wasser vorhanden ist, als der Boden aufnehmen kann.